Laryngektomie
Praxis für
Logopädie


Franzi Taraba
Staatl. anerkannte Logopädin




Simmlerstraße 4 . 75172 Pforzheim
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Laryngektomie



Laryngektomie ist die teilweise oder totale operative Entfernung des Kehlkopfes. Bei einer Teilentfernung ist je nach Tumorlokalisation ein Stimmerhalt möglich. Eine komplette Resektion macht die Anlage eines Tracheostomas notwendig. Die Patienten verlieren hierbei (zunächst) ihre Stimme und können nicht mehr durch die Nase atmen. 80% der Patienten nach Laryngektomie werden operativ mit einem sog. Shunt-Ventil versorgt, das eine Verbindung zwischen Luftföhre und Speiseröhre herstellt. So kann die Atemluft zum Sprechen nutzbar gemacht werden.


Die Aufgaben des Kehlkopfes sind


Trennung des Luft- und Speiseweges mittels des Kehldeckels, der beim Schlucken von Nahrung oder Speichel die Luftröhre abschließt, sodass keine Nahrung in die Luftwege eindringen kann (Aspiration).

Stimmerzeugung, die sich im Kehlkopf befindlichen Stimmlippen werden durch den Ausatemstrom in Schwingung versetzt.

Bei Kehlkopfkrebsoperationen werden meistens der Kehlkopf (Laryngektomie) und somit auch die Stimmlippen entfernt die als Quelle der Stimmerzeugung dienen. Diese Funktion fällt nun weg und muss ersetzt werden. Grundsätzlich unterscheidet man heute zwischen drei unterschiedlichen Techniken zur Stimmerzeugung.


Techniken zur Stimmerzeugung


Ösophagus- oder Ruktusstimme

Stimmprothese

Elektronische Sprechhilfe

Beim Erlernen dieser Techniken hilft die Logopädie.


Auswirkungen einer Laryngektomie

Die Atmung erfolgt über eine künstlich angelegte Öffnung, ein Tracheostoma am Hals, somit wird die/der Betroffene zum „Halsatmer“. Die natürliche Funktion der Nase (Riechen, Befeuchtung, Erwärmung und Filterung der Einatemluft) geht weitgehend verloren.

Husten, Räuspern, Nase putzen und andere Funktionen sind weiterhin als Folge der Verlegung der Luftröhre nicht möglich.

Durch die Verlegung des Atemweges und die Entfernung des Kehldeckels kann der Patient normal essen.



Welche Ursache hat eine Laryngektomie?

Wenn Erhaltende Methoden wie Chemotherapie oder Strahlentherapie, oder eine Teilentfernung des Kehlkopfes nicht mehr ausreichend sind, wird eine Laryngektomie notwendig. Tabak- und Alkoholkonsum werden als Risikofaktoren genannt, aber auch Kontakt mit anderen krebserregenden Stoffen, wie z.B. Asbest, Arsen, Nickel oder Chrom.


Die Behandlung von kehlkopfoperierten Patienten

Die logopädische Therapie vermittelt den Umgang mit dem Shunt-Ventil und erlernt spezielle Techniken, bei der die Speiseröhre kompensatorisch zur Stimmgebung eingesetzt wird (Ösophagusersatzstimme, Ruktusstimme). Bei der Ruktusstimme wird die obere Speiseröhrenmuskulatur zur Stimmerzeugung genutzt.

Als weitere technische Möglichkeit der Stimmerzeugung kommt der Einsatz einer elektronischen Sprechhilfe im Betracht.

Bei einer Laryngektomie werden meistens auch die Lymphknoten im Halsbereich entfernt (Neck Dissektion). Oft wird der Tumor mit Hilfe von Chemotherapie und/oder Strahlentherapie behandelt. Medizinische und logopädische Behandlung erfolgen meistens parallel. Komplikationen von Chemo- oder Strahlentherapie sind u.a. Schmerzen, Schwellungen, Gewebsverhärtungen, Missempfindungen, die negative Auswirkungen auf die stimmliche Rehabilitation haben können. Deswegen begleiten auch Maßnahmen zur Physiotherapie und Lymphdrainage die (Stimm-) Rehabilitation.


Wo können Betroffene und Angehörige Rat und Hilfe finden?

Ansprechpartner sind der Bundesverband der Kehlkopfoperierten e.V. (www.kehlkopfoperiert-bv.de), der bundesweit organisiert und teilweise bereits in Kliniken Betroffene und Angehörige berät.